Dieser Beitrag ist von mitte Februar.
Am Wochenende war es soweit. Bei uns zuhause lag alles krank im Bett. Zeit sich gegen die Viren zu wehren und ein bisschen zu schwitzen. Das Salsa stand frisch geputzt in der Garage und wollte wieder raus. Ich machte mich kurz nach elf auf den Weg. Eine lange Strassenrunde war geplant. Letztes Wochenende schaffte ich etwas über 50km, das wollte ich noch toppen, denn Zeit hatte ich dieses Mal genug.
Ich fuhr Richtung Tösstal. Ich mag dieses Tal wirklich sehr. Es bietet extrem viele Möglichkeiten eine Tour zu variieren und der Tagesform anzupassen. Man kann Höhenmeter sammeln, Kilometer fressen oder einfach eine Runde abkürzen. So fuhr ich mich bis Turbenthal erst einmal ein, bevor die erste “richtungsweisende” Entscheidung anfiel. Gyrenbad oder Weisslingen ?? Keines von beidem, weiter , mehr Kilometer. Bei Wila machte ich einen ersten halt. Die alten Stahlbrücken aus der Zeit der Industrialisierung gefallen mir schon sehr gut. Ich sollte vielleicht einmal einige Fotos dieser Bauten machen.
Ich verliere mich auf den langen Wegen meist in Gedanken und zusammen mit der eigenen Landschaft des Tösstals kann ich perfekt abschalten. Ich traf in Bauma ein. Bauma ist nicht wirklich schön, ein Musterbeispiel der Zersiedelung. Einen wunderbaren “Beck” mitten im Dorf, der auch sonntags sehr feine Nussgipfel feilhält, lädt hier aber trotzdem jedes Mal zum Halt ein. Heute war aber der Gipfel besonders wichtig, ich hatte nämlich beschlossen
über den Sternenberg nach Fischingen auch noch einige Höhenmeter zu sammeln. Von einer früheren Tour über die Hulftegg, wusste ich, dass ich somit etwa 70km zusammenbringen würde. Gut so. Eine gute Entscheidung. Die Strasse hinauf nach Sternenberg ist weit nicht so befahren wie die Hulftegg und der Gipfel nur unbedeutend tiefer. Bei klarer Sicht reicht der Ausblick weit in die Berge, und die Strasse führt wesentlich länger und offener über den Gipfel. Lange Zeit fährt man dem Grat entlang. Auch hier ist die
Auswahl von möglichen Routen riesig. Man könnte alles auf den Hügeln weiter, immer ein wenig auf und ab, Richtung Sitzberg dann Chäfer oder Bühl, den “Sack” für einmal hinunter, oder doch auf die andere Seite Richtung Bäretswil ? Ich wähle wie Vorgesehen den Weg Richtung Fischingen. Die andere Variante spare ich mir auf. Wirklich Schön, auch wenn sich die Wolken langsam zuziehen und ein diffuses Licht in die Hänge zaubern. Es geht fast eben an den Hügeln entlang. Dann abwärts, steil abwärts. Au, Fischingen und ein kurzer halt am Kloster. Beim Kloster sind viele Autos, vielleicht ein Gottesdienst, eine religiöse Feier? Ich fahre weiter, nun Richtung Bichelsee. Noch einmal ein kurzer Foto halt. Wieder an der Kirche. Man könnte meinen ich hab was mit Kirchen. Noch einmal geht es ein wenig hinauf, nach Huggenberg, dann nach Hofstetten. Meistens einsam. Keine Autos und fast keine Velofahrer. So liebe ich es, ich versinke wieder in Gedanken und immer wieder in der Landschaft. Doch bald hat mich die Stadt wieder. Ich fahre über Rümikon und Hegi ins Stadtzentrum.
Ich kann von solchen Touren nie genug kriegen. Müde stelle ich die “Grüne” in die Garage, schaue sie mir noch kurz an. Danke.
Edge sagt: 72 km, 890 hm, 3:20 std

